Gedanken vor dem Einzug eines Haustieres

Sie spielen mit dem Gedanken, sich ein Haustier anzuschaffen? Dann sollten Sie vorher ein paar Dinge klären, bevor der neue Hausgenosse bei Ihnen einzieht.

Allgemeines

  • Sind alle im Haushalt mit der Anschaffung eines Tieres einverstanden?
  • Wer kümmert sich um Auslauf, Spiel, Fütterung, Pflege, Erziehung und medizinische Versorgung?
  • Kommen Sie nur dem Wunsch der Kinder nach? Wenn ja, wer kümmert sich, wenn sich die Interessen durch Pubertät, erste Freundin / erster Freund, Lehre oder ähnliches ändern?
  • Gibt es Allergien der Menschen im Haushalt? Lassen Sie das gegebenenfalls vorher abklären.
  • Welche Kosten kommen auf mich zu? Denken Sie nicht nur an den Kaufpreis, Futter und Zubehör, sondern auch an Versicherung, Pflege und Tierarztkosten
  • Wie wird sich meine Situation in den nächsten 15-20 Jahren entwickeln?
  • Kann ich mich ausreichend auch um ein altes und/oder krankes Tier kümmern oder habe ich Hilfe dafür?
  • Was passiert während des Urlaubes mit dem Tier? Kann ich es mitnehmen, gebe ich es in eine Pension oder engagiere ich einen Tiersitter?
  • Gibt es noch andere Tiere im Haushalt? Nicht nur die Verträglichkeit, sondern auch Unterschiede in Alter, Aktivität und Geschlecht kann einen Ausschlag geben

Soll der neue Hausbewohner ein Hund oder eine Katze sein?

Das hängt in erster Linie von der persönlichen Einstellung ab. Kann man sich aber beides gut vorstellen und liebt man beide Spezies, sollte man folgende Überlegungen anstellen:

  • ein Welpe soll möglichst schnell stubenrein werden und auch der erwachsene Hund muß mehrmals täglich ausgeführt werden, das braucht Zeit und ein entsprechendes Gelände. Einen kleinen Vorteil hat vielleicht derjenige, der ein Haus mit Garten hat, denn hier kann der Hund nach Lust und Laune spielen und toben. Das alleine ersetzt aber keine Spaziergänge, der Hund braucht auch soziale Kontakte und möchte bestimmt auch gerne die „Zeitung“ am nächsten Laternenmast lesen.
  • Eine Katze ist da etwas einfacher, besonders für Berufstätige. Aber auch diese Pelzträger benötigen die Aufmerksamkeit ihres Besitzers. Vor allem Wohnungskatzen brauchen Abwechslung in Form von unterschiedlichen Spielen als Ersatz für das Lauern, Anpirschen und Jagen von Beute draußen. Damit keine Langeweile aufkommt, kann es sinnvoll sein, gleich zwei Katzen anzuschaffen.

Langhaar oder Kurzhaar?

Egal, ob Hund oder Katze, bei beiden gibt es kurzhaarige und Langhaarige Exemplare.

  • bei langhaarigen Tieren kann der Aufwand für die Fellpflege beträchtlich sein. Verschiedene Kämme und Bürsten, evtl. auch eine Schere gehören hier zum Repertoire, um je nach Fellbeschaffenheit und Menge der Unterwolle Struktur in das Pelz-Gewirr zu bekommen. Und neben dem „normalen“ Bürsten kann auch eine umfangreichere Waschaktion mal nötig werden, z.B. wenn sich das Tier in Unrat gewälzt hat oder eine Durchfallerkrankung das Hinterteil verschmutzt hat. Hinterher ist zwar Hund oder Katze wieder sauber, aber Ihr Bad … Also vielleicht doch zum Friseur, auch Groomer genannt?
  • Und wie sehen das die Vierbeiner? Nicht jedes Tier genießt die mit der Fellpflege verbundene Aufmerksamkeit. Ziept es hin und wieder oder sind Pfoten und Ohren empfindlich, kann die Geduld des Haustieres schnell zu Ende sein. Daher sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken zur Gewöhnung daran machen und gegebenenfalls Hilfe holen.
  • Wenn Sie regelmäßig das Fell pflegen und auskämmen, werden Sie sicherlich weniger Haare in der Wohnung finden. Allerdings verlieren unsere Tiere – genau, wie wir Menschen – ständig Haare. Im Herbst und besonders im Frühjahr, wenn das Winterfell abgeworfen wird, können hier beträchtliche Mengen zusammen kommen. Können und wollen Sie Tierhaare auf dem Teppich, aber auch auf dem Sofa und der Kleidung tolerieren? Schließlich empfindet nicht jeder Mensch weißte Katzenhaare auf einem eleganten schwarzen Kleid als schmückendes Accessoire.
  • Langhaarige Tiere haben zwar nicht öfter mit Parasiten zu tun, als Kurzhaarige. Aber verständlicherweise sind diese im kurzen Fell leichter zu entdecken und auch leichter zu entfernen.
  • Wie sieht es mit Allergien bei den Familienmitgliedern aus? Ihr Hausarzt kann Sie zum Thema Allergietest gut beraten, fragen Sie einfach vor der Anschaffung dort nach. Sowohl bei Hunden als auch bei Katzen gibt es Rassen mit sehr wenig Unterwolle, so daß man bei genereller Allergieneigung mit diesen Rassen vielleicht doch den Wunsch nach dem eigenen Haustier erfüllen kann.

Ein Tier vom Züchter oder eins aus dem Tierschutz?

Auch das ist Ansichtssache:

  • die einen möchten gerne etwas Gutes tun und geben einem „second-hand“-Tier ein neues Zuhause. Oft ist über die Vorgeschichte des Tieres nichts bekannt, weil es vielleicht auf der Straße aufgefunden wurde oder der Vorbesitzer nicht alles erzählt. Manche sind „nur“ schlecht erzogen, andere haben Traumata durch Unfall oder Gewalt erlebt und reagieren daher nicht immer, wie erwartet.
  • auch alte, kranke oder gehandicapte Tiere suchen ein neues Heim und stellen gegebenenfalls besondere Anforderungen an Haltung, Pflege, tierärztliche Versorgung oder Ernährung. Neben dem Mehraufwand sollte man bereit sein, eine eventuell kürzere Lebenserwartung in Kauf zu nehmen.
  • aber zu sehen, wie ein verschüchtertes Tier wieder aufblüht, Vertrauen faßt, Benehmen lernt oder ein krankes unterernährtes Tier wieder an Kraft und Lebensenergie gewinnt, kann auch ein sehr erfüllendes Gefühl sein. 
  • vielleicht haben Sie aber auch Ambitionen, auf Ausstellungen zu gehen und mit dem Tier Preise in verschiedenen Kategorien zu gewinnen. Dann kommt nur ein Hund oder eine Katze vom Züchter in Frage.
  • bei einem Tier vom Züchter können zumindest ungefähre Angaben zu Größe und Charaktermerkmalen getroffen werden. Und auch der Gesundheitszustand sollte bei seriösen Züchtern ausreichend verbrieft sein.
  • Allerdings sprengt der Zuchtstandard einiger Rassen genau diesen Zustand von Gesundheit: kurzschnäuzige Rassen, die nur noch rasselnd und röchelnd atmen können, Schäferhunde mit Hüftproblemen, Cavalier-King-Charles-Spaniel mit zu kleinen Schädeln und damit verbundenen neurologischen Problemen und so weiter. Und damit wären wir beim letzten Punkt:

Welche Rasse soll es sein?

Eigentlich gibt es für jeden Geschmack etwas Passendes, aber oft entscheiden die neuen Halter nicht nach dem Wesen des Tieres oder dessen Zuchtzweck, sondern nur nach dem Äußeren oder modischen Trends:

  • die einen wollen einen sportlichen Begleiter beim Joggen, die anderen einen verspielten Familienhund oder einen Arbeitshund für die Jagd oder das Hüten einer Schafherde. Und dann gibt es auch noch die Menschen, die einen tierischen Sitznachbarn auf der Couch suchen. Bei den Katzenrassen gibt es ebenso gesprächige oder verspielte Rassevertreter, verschmuste Couchpotatoes oder unabhängige Mäusefänger.
  • neben  den persönlichen Vorlieben entscheidet auch das häusliche Umfeld: habe ich Haus mit Garten oder eine kleine Etagenwohnung und habe ich die Möglichkeiten, mein Tier seiner Rasse entsprechend auszulasten?
  • zu jedem Topf paßt ein anderer Deckel und auch wenn mir eine bestimmte Rasse noch so gut gefällt, sollte ich von einer Anschaffung absehen, wenn das Tier nicht zu mir paßt. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst, wen sie den Anforderungen einer Rasse nicht gerecht werden können.
  • und dann gibt es ja noch die Rasselisten als Teil der Kampfhundeverordnung. Neben strengen Auflagen muß man sich der Anfeindungen besorgter Bürger stellen wollen und sich ein dickes Fell zulegen. Und auch der Vermieter kann Ihnen bei einem Listenhund einen Strich durch die Rechnung machen.

Und jetzt?

Gehen Sie los und finden Sie Ihren neuen Mitbewohner! Viel Spaß!

 

Foto: © M. Großmann  / pixelio.de

 

 

Impfungen für mein Tier – was, wann und wieviel?

Die meisten Tierhalter lassen noch immer ihren Hund oder ihre Katze im Welpenalter gegen die gängigen Krankheiten grundimmunisieren und frischen die Impfungen jährlich auf. Aber ist das überhaupt sinnvoll?

Man sollte sich also zuerst einmal mit den unterschiedlichen Krankheiten auseinandersetzen, gegen die geimpft werden soll. In welchem Alter sollte geimpft werden, welche Impfintervalle sind richtig, welche Nebenwirkungen gibt es und was passiert eigentlich, wenn ich nicht impfen lasse?

Ich möchte Ihnen in meinem Vortrag am 26.10.2019 von 11:00 – 14:00 Uhr die Informationen für Ihre individuelle Impfentscheidung zur Verfügung stellen und freue mich, Sie im Pferdesportverband Rheinland e.V., Weißenstein 52 in 40764 Langenfeld zu begrüßen.

Ihre Anmeldung senden Sie bitte an Gabriele Müller, info@escriva.de.

Vielen Dank.

 

Foto: ® Timo Klostermeier / pixelio.de

Wenn Katzen auf Katzen starren …

…sieht das erstmal harmlos aus. Aber ist es das auch?
Wenn wir Menschen jemandem in die Augen sehen, ist das ein intensiver Kontakt und kann durchaus Innigkeit ausdrücken. Bei Tieren ist das aber anders.
Einer meiner Kunden berichtete mir kürzlich erstaunt von einem Erlebnis mit seinen beiden Katzen. Er hatte für seine vorhandene ruhige Katze eine junge, temperatmentvolle Katze zur Gesellschaft geholt. Durch das vorübergehend installierte Gitter starrten sich beide wie gebannt mehrere Minuten lang an, bis die Jüngere von beiden zurückwich und sich abwandte.
Starren mit weit geöffneten Augen ist ein direktes Signal, welches die Katze als aggressiv und bedrohlich empfindet.
Im Beispiel meines Kunden führten die beiden Tiere ein subtiles Machtspiel aus, bei dem am Ende die jüngere Katze durch das Wegdrehen die Kapitulation anzeigte.
Mit dieser feinen Art der Kommunikation ist es Katzen möglich, Rivalitäten untereinander auszutragen, ohne den Gegener angreifen zu müssen und eigene Verletzungen zu riskieren. Aber das funktioniert auch in der Kommunikation zwischen Katze und Mensch.
Sehen wir als Menschen – ohne aggressiven Hintergedanken – unsere Katze an, so kann es passieren, dass sie diesen Blick nicht als innige Liebe interpretiert, sondern als Machtspiel oder gar Aggression.
Durch langsames Blinzeln kann man hingegen der Katze signalisieren, dass man Vertrauen zu ihr hat. Sie empfindet die Geste weniger aggressiv und wird vielleicht sogar Ihr Blinzeln erwidern.
So, jetzt haben Sie genug auf diese Seite gestarrt. Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen gefallen und Sie konnten etwas über die Kommunikation mit Katzen für sich mitnehmen.

Foto: © Julia Prang

Hätten Sie gewußt …

daß Katzenschnurren hilft, Knochenbrüche zu heilen?

Das Schnurren der Katzen entsteht im Kehlkopf und hat eine Frequenz von 27 bis 40 Hz. Die dabei entstehenden Vibrationen bringen die Muskelansätze in Schwingung und regen damit das Knochenwachstum an. Zudem lösen sie Muskelverspannungen und lindern dadurch Schmerzen und Ängste.
Und die Katzenbesitzer profitieren ebenfalls: Schlafstörungen, Streß-Symptome, hoher Blutdruck werden durch das Schnurren der Katze positiv beeinflußt.

Foto: © Julia Prang