Pre- und Probiotika

Daß eine gesunde Darmflora maßgeblich zur Gesundheit beiträgt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Neben dem Abbau von Balaststoffen und der Bildung gesundheitsfördernder Stoffe, wie z.B. Vitaminen regt die Darmflora auch die Durchblutung und Mobilität des Dickdarms an.

Die Darmflora dient als Barriere der Abwehr schädlicher Substanzen und Keime und stimuliert das darmassoziierte Immunsystem.

Wenn die Darmflora aber aus dem Gleichgewicht gerät (z.B. durch unausgewogene Ernährung oder Medikamente), kann sie diese Aufgaben nicht mehr erfüllen. Dann helfen Pre- und Probiotika. Aber was ist das genau?

Der Begriff Probiotika stammt aus dem Altgriechischen (pro bios) und bedeutet soviel wie „für das Leben“. Probiotika sind natürliche Darm-Bewohner und normalerweise Bestandteil einer gesunden Darmflora.

Prebiotika sind dagegen unverdauliche Bestandteile unserer Nahrung, sogenannte Ballaststoffe, die den Dickdarmbakterien als Nahrung dienen.

Wenn Ihre Darmflora oder die Ihres Tiers aus dem Gleichgewicht gerät, können Sie also den Körper mit Präbiotika und einer ballaststoff- und vitaminreichen Ernährung unterstützen.

 

Foto: © Sigrid Rossmann / pixelio.de

 

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Vortrag am 29.02.: Was ist drin im Futter?

Wenn wir der Werbung glauben, ist nur das Beste in der Dose für Mietz und Mops. Aber ist das wirklich so? Und wie können wir das als Verbraucher besser beurteilen?
Anhand zahlreicher Beispiele führe ich Sie durch den Etiketten-Dschungel der verschiedenen Tierfuttersorten.

Inhalt

Welche Futterkategorien und Fütterungsarten gibt es?
Was ist die Weender-Analyse?
Welche Zusatzstoffe werden verwendet?
Was ist der Unterschied zwischen offener und geschlossener Deklaration?
Was bedeuten Zutatenangaben wie „Psyllium“ oder pflanzliche Nebenerzeugnisse“?
Was ist der Unterschied zwischen “Lamm”, “Lammfleisch” und “Lammfleischmehl”?

Wo und wann?

29.2. 2020, 14:00 Uhr, Weißenstein 52 in Langenfeld

Teilnehmerbeitrag

20 Euro

Anmeldung

Gabriele Müller: vierpfotenprofi@googlemail.com

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Hund und Katze sind Fleischfresser?

Oft werden Sie bezüglich der Ernährung in einen Topf geworfen, aber ganz so einfach ist es nicht.
Die Unterschiede im Hinblick auf die Verdauungsorgane und den Stoffwechsel sind zahlreich.
Während der Hund als Nachfahre des Wolfes ein Omni- oder Semi-Carnivore, also ein „Alles-/Fleischfresser“ oder „Halb-Fleischfresser“ ist, handelt es sich bei der Katze um einen echten Carnivoren, also ein Tier, das sich ausschließlich von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft ernährt. Neben Beutetieren fressen wildlebende Hunde und Wölfe auch Pflanzenteile wie z.B. Beeren, Gräser oder Wurzeln oder den Mageninhalt von Pflanzenfressern. Katzen tun dies nicht. Im Gegensatz zum Hund würde eine Katze auch niemals Aas anrühren.

Die „Beschaffung der Beute“ geschieht ebenfalls auf ganz unterschiedliche Weise: der Wolf als Vorfahre des Hundes jagt meist im Rudel und hetzt seine Beute bis zur totalen Erschöpfung. Aber jedes Rudelmitglied will vom Jagderfolg profitieren, daher muß sich jedes Tier beeilen, ein paar Brocken zu ergattern. Zum Zerlegen der Beute und Kauen des Fleisches bleibt keine Zeit, es wird hinunter geschlungen, was zwischen die Zähne gerät.

Die frei lebende Katze dagegen jagt alleine, lauert oft lange und unbeweglich in der Nähe der Beute und erlegt sie nach einem Sprung oder kurzen Sprint. Statt eines größeren Beutetieres erlegen Katzen in der Regel mehrere kleine Beutetiere pro Tag und sollten daher auch nicht länger als 24 Stunden fasten, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden.  Außerdem nimmt sie sich Zeit, die Beute aufzufressen.

Aber es gibt noch mehr Unterschiede:

Katzen jagen vorwiegend nachts und verlassen sich dabei auf ihre guten Augen und Ohren. Ihr Geruchssinn spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die ausfahrbaren Krallen ermöglichen der Katze das Fassen und Festhalten der Beute. Diese Werkzeuge stehen dem Hund nicht zur Verfügung.
Katzen waren evolutionsgeschichtlich Wüstenbewohner und deckten Ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich aus dem Verzehr ihrer Beutetiere.  Wasser trinken gehört daher auch heute noch nicht zu Ihrem eigentlichen Verhaltensrepertoire. Um diese spärliche Flüssigkeitszufuhr bestmöglich auszunutzen, ist der Harnapparat hoch spezialisiert: der Urin wird mehrfach gefiltert und konzentriert, um möglichst wenig Wasser auszuscheiden.

Wenn Sie noch mehr Einblicke in die Ernährung von Hund oder Katze wünschen, sprechen Sie mich gerne an.

 

Foto: © remo meister / PIXELIO

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Von Stadtwölfen und Indoorhunden

Zu Beginn des industriellen Tierfutters im 19. Jahrhundert gab es: einfach Futter, Hundefutter. Und dann irgendwann Trocken- und Feuchtfutter. Ich möchte mich hier im Folgenden speziell der irrwitzigen Entwicklung des Trockenfutters annehmen.
Zuerst gab es Trockenfutter für Hunde. Egal, für welchen.
Dann fing man an, verschiedene Trockenfutter zu entwickeln. Erst einmal nachvollziehbar scheint die Unterscheidung des Futters nach Alter. Ein Welpe steckt im Wachstum und Knochen und Muskeln müssen sich erst nach und nach entwickeln. Als ausgewachsener Hund deckt man den Erhaltungsbedarf und beim alten Hund fährt man den Nähstoffgehalt etwas zurück, da auch die Aktivität abnimmt.
Also gibt es nun Welpen- und Seniorfutter sowie Futter für den erwachsenen Hund.
Im Wolfsrudel hingegen gibt es nur das Beutetier, von dem alle fressen. Also ist diese Unterscheidung sinnvoll oder nicht?
Findige Produktentwickler meinten dann, daß doch ein immenser Unterschied zwischen Dogge und Dackel besteht. Diesen immensen Unterschied gibt es natürlich, denn in er Größe unterscheiden sich die beiden Rassen beträchtlich. An der Physiologie der Verdauung konnten einige Jahrzehnte der Zucht aber nichts ändern. Evolution dauert einfach ein bischen länger.
Aber zurück zum Futter. Wenn doch die Verdauung aller Hunderassen, egal ob Dackel oder Dogge, gleich funktioniert, wozu brauche ich dann ein Spezialfutter für jede Rasse?
Bei einem Blick auf die Zutatenliste fällt dann auch auf, daß die Unterschiede doch nur marginal, wenn überhaupt erkennbar sind.
Jetzt kann man noch die unterschiedliche Krokettengröße als Unterscheidungsmerkmal aufführen. Aber braucht Hund die wirklich? Wie macht das nur der Wolf, wenn er zusammen mit seinem Rudel ein größeres Beutetier gerissen hat? Er benutzt sein Gebiss! Damit trennt er einzelne Bissen aus dem Beutetier und schluckt diese im Ganzen herunter.
Der Anspruch an die Krokettengröße beim Trockenfutter ist wohl eher dem Menschen geschuldet, der meint, daß ein kleiner Hund auch bitte kleinere Kroketten braucht.
Immer mehr Menschen finden diese Zusammenhänge unlogisch und unterscheiden im Bedarf nur nach den Anforderungen und Lebensumständen. Es erscheint schließlich sinnvoller, daß ein Schlittenhund, eine Hündin mit Welpen oder ein jagdlich geführter Hund einen höheren Bedarf hat, als ein Hund, der nur zweimal am Tag an der Leine um den Block geführt wird und ansonsten auf dem Sofa kuschelt.
Wie reagiert die Futterindustrie darauf? Natürlich mit einem Spezialfutter, je nach Lebensstil des Hundes!
Und so kommt es, daß es inzwischen das Futter „Urban Life“ gibt. Also ein Futter für den Hund, der in der Stadt lebt. Wie unterscheidet sich sein Leben von dem eines Bauernhof-Hundes? Er muß mit Lärm, Abgasen und wenig Natur zurechtkommen. Das erfordert natürlich eine besondere Ernährung. Das Gleiche gilt für das Futter „Indoor Life“, wobei ich mir bei diesem Namen (Leben im Haus) lieber nicht den Lebensraum vorstellen möchte.
Für mich treibt diese Entwicklung mittlerweile absurde Blüten und ist nicht mehr nachvollziehbar. Erinnern wir uns: die Zucht hat das Aussehen, die Größe und bestimmte Leistungsmerkmale verändert, nicht aber die Physiologie.
Das Futter sollte doch vielmehr nach seinen Inhaltstoffen beurteilt werden und danach, wie gut es verwertbar ist. So naturnah wie möglich wäre also ein Anspruch, den ich an industrielles Fertigfutter hätte.

Foto: © Sylvia Voigt / PIXELIO

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Warum haben wild lebende Katzen keine Allergien?

Wild lebende Tiere verhalten und ernähren sich logischerweise Ihrer Art entsprechend: sie jagen und fressen die Dinge, die Ihnen naturgemäß zugedacht sind und Ihnen in Ihrer Umgebung zur Verfügung stehen. Domestizierte Tiere wie Hunde und Katzen hingegen sind durch Ihre Besitzer in der Auswahl von Futter und Umgebung eingeschränkt

Betrachten wir das Thema Ernährung genauer und fragen uns, wie eine Allergie entsteht.

In den Fachbüchern steht, daß eine Allergie durch den wiederholten Kontakt mit einer Eiweißverbindung und der daraus folgenden übermäßigen Antwort des Immunsystems gekennzeichnet wird. Aber wie kommt es, daß ein Organismus monate- oder sogar jahrelang ein an sich harmloses Eiweiß plötzlich als fremd identifiziert und eine solch übertriebene Reaktion heraufbeschwört?

Um das zu verstehen, muß man sich die Verdauung im Detail ansehen. Zunächst einmal wird Nahrung aufgenommen, zerkleinert und vom Magen weiter in den Dünndarm transportiert. Hier sorgen zahlreiche Enzyme dafür, daß die Nahrung (also primär Zuckermoleküle, Aminosäuren und Fette) zerkleinert und so für den Körper verfügbar gemacht werden. Und zwar so klein, daß sie die winzigen Zellzwischenräume der Darmwand passieren können und ins Körperinnere gelangen. Über den Blutkreislauf werden die Nährstoffe dann den einzelnen Organen zugeführt oder für schlechte Zeiten deponiert.

Entsteht die Allergie im Darm?

Nun bringt das Leben in einer industrialisierten – also eher naturfernen – Welt aber den Darm schon einmal aus dem Gleichgewicht. Seien es Infektionen, getrocknetes Fertigfutter in ungenügender Zusammensetzung, Medikamente wie Antibiotika und vieles mehr. Diese Faktoren können die Bakterienflora ungünstig verschieben und auch den Zusammenhalt der Darmzellen auflockern.

So gelangen dann größere Moleküle aus unserem Nahrungsbrei in den Organismus und werden dort als fremd identifiziert. Was folgt, ist die Antwort des Immunsystems. Wir sehen die Auswirkungen anhand von Darmproblemen, wie Durchfall und Flatulenzen. Aber auch Hautprobleme wie Juckreiz, schuppige Haut, stumpfes Fell, schlecht heilende Wunden sowie chronische Ohrenentzündungen können auf eine Futtermittelallergie hinweisen.

Wenn man den allergieauslösenden Stoff mittels Eliminationsdiät identifizieren kann, läßt man ihn einfach weg und die Symptome klingen ab. Oft hat man es aber mit Kreuzreaktionen oder nicht nur einem einzigen Allergen zu tun, so daß eine Identifikation schwierig, wenn nicht gar unmöglich wird. Bei mäkeligen Fressern (besonders Katzen), die nicht jede Futteränderung tolerieren, erst recht.

In solchen Fällen empfehlen Tierärzte oft eine hypoallergene Ernährung, also ein Futter, dessen Zutaten in kleinste Bestandteile zerlegt wurde, damit der Körper nicht mehr darauf reagiert.

Allerdings ist hiermit das Problem der durchlässigen Darmwand nicht behoben und manchmal kommen weitere Allergiauslöser dazu. Eine Rückkehr zu einer normalen Fütterung ist damit fast ausgeschlossen.Auch der Einsatz von Medikamenten lindert nur kurzfristig die Symptome, bekämpft aber nicht die Ursache. Im Gegenteil: vermehrter Appetit und unterdrücktes Immunsystem durch Cortison-Präparate, Verschiebung der Bakterienflora des Darmes durch Antibiotika-Gaben und Hautprobleme durch die gestörte Aufnahme von Nährstoffen sorgen dafür, daß der Körper erst recht auf die Störung reagiert.

Viel wichtiger wäre es also, den Darm zu entlasten, eine gesunde Flora aufzubauen und eine funktionsfähige Darmwand wieder herzustellen, die eine optimale Nährstoffaufnahme garantiert.

Giftstoffe im Darm kann man zum Beispiel mit Heilerde binden und zur Ausscheidung bringen, Naturjoghurt und Fermentgetreide unterstützen die natürliche Bakterienflora des Darmes. Zunächst gekochtes und später rohes Fleisch einer einzigen tierischen Quelle und Gemüse gewöhnen den Darm langsam an ein artgerechtes Futter. In ganz schlimmen Fällen kann man den Organismus mit Mitteln aus der Naturapotheke unterstützen.

Sobald die Zellen des Darmes wieder weniger durchlässig sind, bessern sich auch die Beschwerden, manche Allergie „verschwindet“ dabei wie von Zauberhand.

Quellen: Cindy Engel: Wild Health, S.: 263ff / Giulia Enders: Darm mit Charme, S.: 67 / Helmut Meyer / Jürgen Zentek: Ernährung des Hundes, S.: 240f / Dr. med. vet. Jutta Ziegler: Hunde würden länger leben, wenn…, S.: 37ff

Foto: © Rudolpho Duba / PIXELIO

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