Hätten Sie gewußt …

… daß der Cavalier King Charles die einzige Hunderasse ist, für die in England extra ein eigenes Gesetz erlassen wurde?
Weil er zu den Lieblingshunden des englischen Königs Charles I (1600 – 1649) gehörte, erließ dieser ein Gesetz, wonach ein Cavalier King Charles überall im Königreich Zugang zu öffentlichen Gebäuden hat.
Dieses Gesetz ist nach wie vor in Kraft und wurde vor gar nicht so langer Zeit von einem englischen Hundebesitzer beim Betreten der Londoner Gerichtsräume in Anspruch genommen.

Foto: © Nikolai Fokscha  / pixelio.de

Von Stadtwölfen und Indoorhunden

Zu Beginn des industriellen Tierfutters im 19. Jahrhundert gab es: einfach Futter, Hundefutter. Und dann irgendwann Trocken- und Feuchtfutter. Ich möchte mich hier im Folgenden speziell der irrwitzigen Entwicklung des Trockenfutters annehmen.
Zuerst gab es Trockenfutter für Hunde. Egal, für welchen.
Dann fing man an, verschiedene Trockenfutter zu entwickeln. Erst einmal nachvollziehbar scheint die Unterscheidung des Futters nach Alter. Ein Welpe steckt im Wachstum und Knochen und Muskeln müssen sich erst nach und nach entwickeln. Als ausgewachsener Hund deckt man den Erhaltungsbedarf und beim alten Hund fährt man den Nähstoffgehalt etwas zurück, da auch die Aktivität abnimmt.
Also gibt es nun Welpen- und Seniorfutter sowie Futter für den erwachsenen Hund.
Im Wolfsrudel hingegen gibt es nur das Beutetier, von dem alle fressen. Also ist diese Unterscheidung sinnvoll oder nicht?
Findige Produktentwickler meinten dann, daß doch ein immenser Unterschied zwischen Dogge und Dackel besteht. Diesen immensen Unterschied gibt es natürlich, denn in er Größe unterscheiden sich die beiden Rassen beträchtlich. An der Physiologie der Verdauung konnten einige Jahrzehnte der Zucht aber nichts ändern. Evolution dauert einfach ein bischen länger.
Aber zurück zum Futter. Wenn doch die Verdauung aller Hunderassen, egal ob Dackel oder Dogge, gleich funktioniert, wozu brauche ich dann ein Spezialfutter für jede Rasse?
Bei einem Blick auf die Zutatenliste fällt dann auch auf, daß die Unterschiede doch nur marginal, wenn überhaupt erkennbar sind.
Jetzt kann man noch die unterschiedliche Krokettengröße als Unterscheidungsmerkmal aufführen. Aber braucht Hund die wirklich? Wie macht das nur der Wolf, wenn er zusammen mit seinem Rudel ein größeres Beutetier gerissen hat? Er benutzt sein Gebiss! Damit trennt er einzelne Bissen aus dem Beutetier und schluckt diese im Ganzen herunter.
Der Anspruch an die Krokettengröße beim Trockenfutter ist wohl eher dem Menschen geschuldet, der meint, daß ein kleiner Hund auch bitte kleinere Kroketten braucht.
Immer mehr Menschen finden diese Zusammenhänge unlogisch und unterscheiden im Bedarf nur nach den Anforderungen und Lebensumständen. Es erscheint schließlich sinnvoller, daß ein Schlittenhund, eine Hündin mit Welpen oder ein jagdlich geführter Hund einen höheren Bedarf hat, als ein Hund, der nur zweimal am Tag an der Leine um den Block geführt wird und ansonsten auf dem Sofa kuschelt.
Wie reagiert die Futterindustrie darauf? Natürlich mit einem Spezialfutter, je nach Lebensstil des Hundes!
Und so kommt es, daß es inzwischen das Futter „Urban Life“ gibt. Also ein Futter für den Hund, der in der Stadt lebt. Wie unterscheidet sich sein Leben von dem eines Bauernhof-Hundes? Er muß mit Lärm, Abgasen und wenig Natur zurechtkommen. Das erfordert natürlich eine besondere Ernährung. Das Gleiche gilt für das Futter „Indoor Life“, wobei ich mir bei diesem Namen (Leben im Haus) lieber nicht den Lebensraum vorstellen möchte.
Für mich treibt diese Entwicklung mittlerweile absurde Blüten und ist nicht mehr nachvollziehbar. Erinnern wir uns: die Zucht hat das Aussehen, die Größe und bestimmte Leistungsmerkmale verändert, nicht aber die Physiologie.
Das Futter sollte doch vielmehr nach seinen Inhaltstoffen beurteilt werden und danach, wie gut es verwertbar ist. So naturnah wie möglich wäre also ein Anspruch, den ich an industrielles Fertigfutter hätte.

Foto: © Sylvia Voigt / PIXELIO

Schmerzen beim Tier erkennen

Tiere verbergen ihre Schmerzen meisterhaft. Sie würden sich in der freien Wildbahn sonst verletzlich zeigen und besonders leicht angreifbar machen.

Woran erkennt man aber, dass ein Tier Schmerzen hat?

Die meisten Tierbesitzer finden darauf eine schnelle Antwort: “mein Hund humpelt”, “meine Katze hebt die Pfote beim Laufen”. Das ist alles richtig. Aber was ist mit chronischen Schmerzen, die ein Hund vielleicht erleiden muss? Wie erkennt man, dass eine Katze schweres Bauchweh hat? Da ist es schon viel schwieriger, den Tieren ihren Schmerz anzusehen.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen einige Hinweise an die Hand geben, wie Sie Anzeichen von Schmerzen bei Ihrem Tier frühzeitig erkennen und gemeinsam mit Ihrem Tierheilpraktiker oder Ihrem Tierarzt die geeignete Therapie starten können.

Unspezifische Anzeichen

Sehr unspezifische Anzeichen können ein erhöhtes Schlafbedürfnis oder auch Rastlosigkeit und vermehrtes Hecheln sein. Diese Symptome können auch auf andere Ursachen (Lärm, Hitze, Medikamente etc.) zurückzuführen sein.

Eingeschränkte Bewegungen

Manche Tiere zeigen bei Schmerzen ein eingeschränktes Bewegungsrepertoire. Sie wollen nicht mehr so lange spazieren gehen, springen nicht mehr gerne ins Auto oder auf das Sofa. Auch Probleme beim Aufstehen oder Hinlegen entwickeln sich meist schleichend und langsam. Treppen werden zögerlich hinauf- oder hinabgestiegen und das Tier scheint schwerfälliger. Hier sind oft Probleme im Bewegungsapparat die Ursache.
Dabei muss einerseits unterschieden werden zwischen Problemen im Skelett, also den Knochen und Gelenken und Problemen im “weichen” Bewegungsapparat, also den Muskeln, Sehnen und Bändern. Dazu kommt noch die Analyse der genauen Lokalisation, also welche Gliedmaßen, welches Gelenk oder welcher Teil des Rückens betroffen ist.

Körperhaltung und Verhalten des Tiers

Manche Tiere zeigen durch Belecken des betroffenen Teiles (meist Pfoten), wo es ihnen weh tut. Symptome wie gespannter Bauch, aufgekrümmter Rücken und gekipptes Becken, staksiger Gang, Taktunreinheiten beim Laufen, Humpeln und Heben einer Pfote sind gut sichtbar und geben ebenfalls schon sehr viel Aufschluss. Auch bei Bauchschmerzen ist die Bauchdecke stark gespannt und manche Tiere stöhnen bei Druck auf den Bauch. Hier sollten die inneren Organe untersucht werden.

Augen, Maul und Ohren auf, wenn es um Ihr Tier geht

Kneift das Tier die Augen zusammen oder blinzelt häufiger als sonst, können schmerzhafte Veränderungen im Auge oder der Augenumgebung der Grund sein. Vorsichtiges Spülen kann erste Linderung bringen, aber dann bitte ab zum Therapeuten.
Wenn das Tier weniger frisst, wird oft ein Problem mit der Verdauung vermutet. Doch ein Blick ins Maul offenbart häufig die wahren Übeltäter: Zahn- oder Zahnfleischprobleme.
Bei Ohrenschmerzen zeigen Tiere manchmal ein angespanntes Gesicht, halten den Kopf schief oder schütteln häufig den Kopf. Auch Kratzen an und in den Ohren kommt vor. Doch dass kann auch passieren bei Parasiten, Fremdkörpern im Ohr oder einfach zu viel Ohrenschmalz.

Die Wurzel des Übels erkennen

Neben der Befragung des Besitzers und der Beobachtung des Gangbildes und Verhaltens des Tieres gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Wurzel des Übels zu identifizieren.
Gewöhnlich tastet man das Tier Stück für Stück, Gelenk für Gelenk ab und achtet dabei auf seine Reaktionen. Vorsicht, bei starkem Schmerz kann es zu Abwehrreaktionen kommen!
Zu den wichtigsten neurologischen Tests gehört der so genannte Stellreflex, bei dem die Pfoten auf ihre Oberseite aufgestellt werden. Normalerweise korrigiert das Tier diese falsche Haltung sofort. Auch Kneifen in die Zwischenzehenhäute, Gleichgewichtsübungen und Aufsetzen der Pfoten auf den Tisch bei Berührung der Tischkante gehören dazu.

Mit traditioneller chinesischer Medizin (TCM) Schmerzen erkennen

Die klassischen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT erlauben dem Tierarzt einen Blick ins Innere des Körpers, um vielleicht hier die Ursache für Schmerzen und andere Erkrankungen zu finden.
Dem Tierheilpraktiker steht noch eine diagnostische Möglichkeit aus dem Bereich der traditionellen chinesischen Medizin zur Verfügung: die Shu- und Mu-Punkte. Diese Punkte entlang der Wirbelsäule und an bestimmten Stellen des Körpers werden mit leichtem Druck abgetastet und zeigen Störungen im zugehörigen Funktionskreis.

Die Probe aufs Exempel: Schmerzmittel

Ist man sich auch nach Abklärung all dieser Maßnahmen noch nicht sicher, ob das Tier wirklich Schmerzen hat, kann man auch ein Schmerzmittel verabreichen. Bessert sich der Zustand des Tieres, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein schmerzhaftes Geschehen.
Grundsätzlich darf man aber nicht vergessen, das Schmerz eine sinnvolle Einrichtung des Körpers ist, um das getroffene Gebiet zu schonen. Eine komplette Schmerzausschaltung ohne Schonung kann zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen, auch wenn es dem Tier scheinbar besser geht.
Fragen Sie also Ihren Tierheilpraktiker oder Tierarzt, wie man Ihrem Tier im Falle von Schmerzen langfristig und schonend Linderung verschaffen kann.

Foto: © Julia Prang